Forschung: Ehrenamtliches Engagement in Jugendverbänden

Quelle: https://ijab.de/alle-kurzmeldungen/ehrenamtliches-engagement-in-jugendverbaenden

„Wie engagieren sich junge Menschen heute in Jugendverbänden? Die Studie von Gunda Voigts, Sureija Gotzmann und Maja Reifegerst beleuchtet Folgen der Corona-Pandemie, Herausforderungen wie Bürokratie und soziale Ungleichheit sowie Zukunftsfragen rund um Juleica, Demokratie und die Anerkennung von Ehrenamt.

30.06.2026 / Redaktion: S. Klinzing

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Ehrenamtliches Engagement junger Menschen ist konzeptionelles Kernelement von Jugendverbandsarbeit. Das Absolvieren einer Jugendgruppenleiter*in-Card (Juleica)-Schulung ist eine wichtige Basis dafür. Allerdings verändern gesellschaftliche Entwicklungen die Lebensrealitäten junger Menschen und die Bedingungen, unter denen sie sich engagieren können. Dass die Durchführung vieler Aktivitäten und damit ehrenamtliches Engagement während der Corona-Pandemie stark eingeschränkt war, wirkt bis heute nach. 

Aus der von Gunda Voigts, Sureija Gotzmann und Maja Reifegerst vorgelegten Studie ergibt sich ein aktueller, empirischer Blick auf die Situation ehrenamtlichen Engagements junger Menschen in Jugendverbänden. Es geht um Zukunftsstrategien und Finanzierungen, Bürokratieabbau und Digitalisierung, die Zukunft der Demokratie und soziale Ungleichheiten, Freiräume für junge Menschen und die Anerkennung von Engagement.

Zwar erlebten junge Menschen ihr Engagement als sinnstiftend und bereichernd, etwa wenn sie Projekte mit Kindern und Jugendlichen eigenständig gestalteten und dafür positive Rückmeldungen erhielten. Doch zugleich fehle es ihnen häufig an Zeit, Unterstützung und gesellschaftlicher Anerkennung. „Sie engagieren sich mit großer Motivation, sehen sich aber durch Schule, Studium und steigende Anforderungen zunehmend eingeschränkt“, so Voigts.

Die Studie basiert auf einem breiten methodischen Ansatz: Die Autor*innen haben Gruppendiskussionen mit Jugendleiter*innen und Expert*inneninterviews durchgeführt, bundesweite JULEICA-Daten (Jugendleiter*in-Card) ausgewertet und 1.389 junge Engagierte im Alter von 15 bis 27 Jahren online befragt. Die benennen deutliche Hindernisse: fehlende Freiräume, hohe bürokratische Hürden, ungleiche Zugangschancen sowie wachsende pädagogische Anforderungen. Diese Spannungen haben sich seit der Corona-Pandemie weiter verschärft, so die Studie.

Auf Basis der empirischen Ergebnisse formulieren die Autor*innen zwölf Handlungsempfehlungen für die Zukunft des Engagements junger Menschen – von mehr zeitlichen Freiräumen und gesellschaftlicher Anerkennung über bessere Förderstrukturen bis hin zu weniger Bürokratie.

Die Studie ist auch als E-Book/pdf (Open Access) verfügbar.

Auf einen Blick

Gunda Voigts / Sureija Gotzmann / Maja Reifegerst
Ehrenamtliches Engagement junger Menschen in Jugendverbänden
Ein Praxisforschungsprojekt zur Zukunft von Jugendverbandsarbeit nach Corona
2026, 374 Seiten
broschiert, € 78,00
ISBN 978-3-7799-9260-8
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Quelle: Beltz