WONOS-Fachtag “Naturschutz und Demokratie” in Bad Düben – 29.4.2024

WONOS-Fachtag “Naturschutz und Demokratie” in Bad Düben

Der erste Fachtag des Netzwerks Weltoffenes Nordsachsen fand am 29.04.2024 im NaturparkHaus Dübener Heide in Bad Düben statt und stand unter dem Thema: Wie wollen wir leben? Naturschutz & Demokratie.

Anlass des Fachtages war: Im Themenfeld Naturschutz berührt die Zivilgesellschaft in ihrer Kooperation mit staatlichen Akteuren auch zahlreiche Konfliktlinien und gesellschaftliche Grundüberzeugungen, die als Herausforderung für die Demokratie gelten können. Im Austausch mit lokalen zivilgesellschaftlichen Naturschutzakteuren kam zur Sprache, wie Naturschutz einen Beitrag zur Demokratieentwicklung leisten kann, wo blinde Flecken, Bedarfe und Potenziale bestehen und wie Beteiligung, Verantwortungsübernahme, Selbstwirksamkeitserfahrungen und Interessenausgleich praktiziert werden können. Wie können Konflikte, bei denen der Schutz der Natur mit demokratischer Teilhabe kollidiert, bewältigt werden? Wie können Gesprächskanäle (wieder) geöffnet, wie Dialoge vor Ort produktiv und inklusiv geführt werden?

Die Impulsvorträge behandelten die Bedeutung des Naturschutzes als ein zentrales Betätigungs- und Akteursfeld für die Zivilgesellschaft, in dem das gemeinsame Zusammenleben immer wieder aufs Neue verhandelt und beantwortet werden muss. Nach einer theoretischen und thematischen Einordnung über Chancen und Probleme der Mitgestaltung im Naturschutz und dessen Bedeutung für die Demokratie durch Projektleiter Dr. Torsten Reinsch referierten der Geschäftsführer unseres Kooperationspartners Erich-Zeigner-Haus e. V., Henry Lewkowitz, sowie Dr. Nils Franke vom Wissenschaftlichen Büro Leipzig nicht nur dazu, wie die bisherige Geschichte des Naturschutzes in Deutschland als Erfolgsgeschichte zu schreiben ist, sondern auch, wie sich das Themengebiet durch die Zivilgesellschaft mit beispielsweise der Erinnerungskultur in Deutschland verbinden lässt und so neue Aktionsfelder entstehen können.

(Henry Lewkowitz, Geschäftsführer unseres Kooperationspartners Erich-Zeigner-Haus e. V., bei seinem Vortrag zum Thema “Stolpersteine für NaturschützerInnen? BNE und historisch-politische Bildung zusammen gedacht – Reflexionen zur Erinnerungskultur ”.)

Die Erfahrungsberichte der unterschiedlichen lokalen Naturschutzakteure aus ihren konkreten Arbeitsbereichen, darunter Herr Thomas Klepel in seiner Funktion als unser Gastgeber und Naturparkleiter des Naturparks Dübener Heide, Janine Meißner von der Kontaktstelle Bibermanagement Sachsen und Gabriele Horster, Projektorganisatorin bei RegioCrowd, gingen annähernd nahtlos in ein die thematischen Schwerpunkte der Veranstaltung aufgreifendes offenes Plenum über, an welchem die rund 15 Teilnehmer:innen rege Beteiligung zeigten. Neben Erkenntnissen über aktuelle Bedarfe und Problemlagen in der Naturschutzarbeit vor Ort konnten wertvolle Kontakte geknüpft und Denk- sowie Arbeitsanstöße gewonnen werden.

(Frau Janine Meißner von der Kontaktstelle Bibermanagement im Freistaat Sachsen präsentierte ihre Arbeit im proaktiven Umgang mit dem Biber in der Dübener Heide und Nordsachsen.)